Iwona Porozynski
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Die Buddhas lieben mich! In meinem Leben wurde mir dreimal eine Buddha Statue geschenkt. Alle guten Dinge sind drei, sagt man. Der Buddha, der Erwachte! Das Erwachen habe ich am eigenen Leib erfahren.

Eines Tages überraschte mich ein Familienfreund mit einer bunten Buddha Figur. Ich fand sie kitschig und wusste wirklich nicht wo ich sie platzieren sollte. Ich lief durch die ganze Wohnung hin und her und suchte nach dem entsprechenden Platz. Schließlich stellte ich meinen geschenkten Buddha in meinem Schlafzimmer auf einem schönen, unbenutzten Aschenbecher und sogar von dort hat er mir nicht gefallen. Was macht ein Buddha im Haus einer praktizierenden Katholikin, fragte ich mich vor rund 15 Jahren.
Am nächsten Tag wollte ich ihn loswerden. Schluss mit dir, sagte ich laut. Du gehörst in den Schrank, sagte ich erneut, fasste ihn am Kopf und nahm ihn in die Hand. Plötzlich spürte ich Schmerz und sah zwei Tropfen Blut an meinem Finger hängen. Er hat mich verletzt, ob Sie glauben oder nicht. Er hat seine Macht gezeigt. Wunder geschehen, dachte ich wieder, der Buddha hat mir seine Lektion erteilt.

Seitdem gehe ich sehr behutsam mit einem Buddha um. Ich würde ihn nicht kaufen, aber neulich bekam ich ihn wieder, als Bild zum einrahmen von einem Leser meines Buches und in kleiner Version, in einer Boutique in Spanien als Geschenk zu meinem Einkauf. Sein prall gefüllter Sack, in dem er seine Almosen verstaut, scheint zu besagen, dass der, der mit wenig zufrieden ist, den größten Schatz besitzt. Ja, erst jetzt, nach ein paar Jahren habe ich die Aufgabe des Buddhas richtig verstanden.

Sei zufrieden mit dem was du hast, das ist die wahre Kunst. Man lernt nie aus! Jetzt betrachte ich die Buddha Figuren nicht nur als Dekoelemente, sie sind Überbringer einer wichtigen Botschaft. Die Körperhaltung des Buddhas sagt etwas aus, z.B. der bekannteste, sitzende, meditierende Buddha strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. Es ist wichtig eine ausgeglichene Harmonie herzustellen – zwischen Hektik und Ruhe. Willst du den Stress des Alltags hinter sich lassen, willst du frei sein und besonnen handeln – kaufe dir so eine Figur oder „drehe nicht mit der Nase“, wenn du sie als Geschenk bekommst. Schließlich, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.


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