Iwona Porozynski
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In einer TV Reportage sehe ich eine schöne, junge Frau in einem uni Trägerkleid mit einer bunten Bluse drunter. Jedoch, beim genauen Hingucken habe ich sehr große Augen gemacht. Das, was ich für eine Bluse hielt, war eine Tätowierung, der Hals war mittätowiert, mit einem Totenkopf in der Mitte.
Warum tun sich Menschen so was an? Was wollen sie damit signalisieren? Ich bin modern und attraktiv, ich bin anders als die anderen oder ich bin ein Rebell und will mich nicht anpassen? Wer kann sich freiwillig so viel Schmerz zufügen?  Ich habe mal zwei Gedichte über diese angebliche Kunst geschrieben:
Das Tattoo …
Wozu dir Tätowierung?
Wozu dir die Markierung?
Bilder hänge an die Wand,
nicht an jeder Hand …
Wozu diese Kritzeleien?
Wozu diese  Malereien?
Du bist doch kein Blattpapier,
dass man drauf los schmier ….
Wozu diese Zahlenreihe?
Wozu diese Hirschgeweihe?
Was hast du mit dir gemacht?
Nur der Schöpfer Schönheit schafft.

In der siebziger Jahren haben die Forscher herausgefunden, dass die Tätowierten meistens über einen niederen Intelligenzgrad verfügten, an Persönlichkeitsstörungen litten  oder einen Hang zu ungewöhnlichen Sexualpraktiken hatten. Früher lassen sich meistens  Vorbestrafte tätowieren, heute nicht mehr, tätowieren ist ein Massenphänomen geworden. Unbegreiflich, aber wahr!

Jedoch, was soll ich denken von einem Menschen, der im Mund, auf der Unterlippe „bla, bla, bla“ sich tätowiert hat. Ja, ich spreche von dem Wilson Gonzales Ochsenknecht. Wird ihm zu viele Fragen auf dem roten Teppich gestellt, kann er immer seine dicke Lippe zeigen, sagte er. Sehr oft wird eine Tätowierung zum Symbol eines neuen Lebensabschnitts. David Beckham bekam eine Tochter und prompt präsentierte er ein neues Tattoo am Hals, den Namen seiner Tochter Harper Seven. Warum, frage ich mich? Ohne diese Tätowierung würden wir sowieso darüber reden.
Die Haut ist unser größtes, vielseitigstes und vielleicht auch unser schönstes Organ, aber sie ist keine Leinwand und keine Tafel, auf der man nach Lust und Laune kritzelt. Liebst du schöne Bilder, hänge sie an der Wand, liebst du schöne Texte, Aphorismen, Weisheiten – schreibe sie in einem Heft, Tagebuch, in einem Blog, usw. Was bringt ein Adoniskörper und glatte Haut, wenn man sie  ständig beschmutzt und betrachtet wie ein Notizblock?

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