Iwona Porozynski

der Tod

„Der Tod bedeutet gar nichts.

Ich bin nur nach nebenan verschwunden.
Ich bin ich und du bist du.
Was immer wir füreinander waren, das sind wir noch.
Nenne mich bei dem alten vertrauten Namen.
Sprich von mir, wie du es immer getan hast.
Ändere nicht deinen Tonfall.
Zwinge dich nicht zu aufgesetzter Feierlichkeit oder Traurigkeit.
Lache weiterhin über die kleinen Scherze, an denen wir gemeinsam Spaß hatten.
Spiele, lächle, denke an mich, bete für mich.
Lass meinen Namen weiterhin so geläufig sein, wie er immer war.
Sprich ihn unbekümmert aus, ohne die Spur eines Schattens.
Das Leben bedeutet all das, was es bisher bedeutete.
Es ist genauso wie immer.
Es geht uneingeschränkt und ununterbrochen weiter.
Ist der Tod nicht nur ein unbedeutender Zwischenfall?
Warum sollte ich vergessen sein, nur weil du mich nicht mehr siehst?
Ich warte einstweilen auf dich, ganz in der Nähe, nur um die Ecke.
Alles ist gut.“

Das ist der bekannteste Zitat von Henry Scott Holland (1847 – 1918). Er war ein Theologe, lehrte Philosophie und Religion und veröffentlichte zahlreiche Schriften zu Thema Tod. In seinem Leben erhielt viele Ehrentitel: u.a. Ehrendoktorwürde als Doktor of Letters (Litterarumdoctor). 1910 wurde er zum Regius Professor of Divinity ernannt, eine der ältesten und renommiertesten Professuren in Oxford und Cambridge.